Ebersberg – Spannend wie noch nie geht es in der Bezirksliga Oberbayern zu: Die Schachunion Ebersberg-Grafing siegte am vergangenen Sonntag in einem dramatischen Verfolgerduell bei SF Starnberger See in Tutzing, Tabellenführer Vogtareuth verlor mit 3,5:4,5 gegen den SC Starnberg , und so haben drei Runden vor Schluss gleich vier Vereine, die nur einen Punkt voneinander getrennt sind, die Chance Erster zu werden und damit als Oberbayerischer Meister in die Regionalliga aufzusteigen. Bisher sprach man bei den Landkreisvertretern nur von Punkten im Kampf gegen den Abstieg , nach der überraschenden Eroberung der Tabellenführung klingt das wohl doch zu bescheiden – immerhin konnte die Schachunion nacheinander die beiden nach Wertungszahlen stärksten Teams der Liga schlagen.
Nach dem Sieg gegen Vogtareuth in Runde 5 konnte die Schachunion in einem lange hart umkämpften und überaus spannenden Match schließlich nunmehr mit 4,5: 3,5 den eigentlichen Liga-Favoriten SF Starnberger See bezwingen., der an jedem der acht Bretter eine höhere Wertungszahl aufwies ( bei einem DWZ-Schnitt von 2080!).
Mannschaftsführer Georg Schweiger erreichte an Brett 2 ein relativ frühes Remis, alle anderen Partien gingen in die packende Zeitnotphase vor Ablauf der ersten vier Stunden. In hoher Zeitnot unterlief Arthur Gil ( Brett 3) ein Fehler und er verlor, bei Johannes Einzinger an 7 war es umgekehrt und er nutzte einen Patzer zum sofortigen Gewinn. Frank Bauer an 6 entschied sich nach Figurenopfer für eine Zugwiederholung und damit für ein sicheres Unentschieden. Somit stand es nach Ablauf der ersten Zeitkontrolle 2:2 und alles war möglich.
Mit überaus kaltblütigem Widerstand gelang es Routinier Christian Krause, in schwieriger Position noch ein Remis zu retten, doch am Spitzenbrett erlitt Ulrich Zenker nach zunächst vorteilhaftem Verlauf doch noch eine eigentlich unverdiente Niederlage.
Mit erneut bärenstarkem Spiel schaffte es jedoch der Youngster im Team, der 18jährige Nachwuchsspieler Gino Haußmann an Brett 8 , durch einen Sieg gegen einen um 300 DWZ-Punkte stärkeren Gegner der Schachunion alle Chancen offenzuhalten. Er holte an Brett 8 den vierten Sieg in seiner vierten Partie, ein geradezu unglaubliches Ergebnis!
So musste beim Stand von 3,5,:3,5 die letzte Partie an Brett 5 die Entscheidung bringen: Melik Kurt Kramer entfaltete fünfeinhalb Stunden lang gewaltigen positionellen Druck und konnte schließlich mit konsequentem Spiel jeden Widerstand brechen: Nach Figurenverlust musste sein Kontrahent aufgeben.
Der sensationelle Mannschaftssieg brachte zugleich die noch überraschendere Tabellenführung, da Vogtareuth in dieser 6. Runde erneut verlor. In drei Wochen, am 27.2., empfängt die Schachunion in der 7. Runde das Tabellenschlusslicht SK Freilassing und sollte sich an der Spitze behaupten können.
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